SMS-Betrug: Fake-SMS erkennen, richtig reagieren und melden

Kurz gesagt

SMS-Betrug (Smishing) sind gefälschte Nachrichten angeblich von Paketdiensten, Banken, Behörden oder dem Mobilfunkanbieter, meist mit Link. Tippen Sie den Link nicht an, antworten Sie nicht und installieren Sie keine App. Haben Sie schon geklickt: Flugmodus an, Bank informieren, Anzeige erstatten.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Tippen Sie keine Links in unerwarteten SMS an und rufen Sie keine Nummer aus der Nachricht an.
  • Prüfen Sie Sendung, Konto oder Steuern nur direkt in der offiziellen App oder auf der offiziellen Website.
  • Antworten Sie nicht – jede Antwort bestätigt, dass Ihre Nummer aktiv ist.
  • Haben Sie eine App aus einem SMS-Link installiert, schalten Sie sofort den Flugmodus ein.
  • Haben Sie Bank- oder Kartendaten eingegeben, rufen Sie Ihre Bank oder den Sperr-Notruf 116 116 an.
  • Melden Sie die SMS mit Screenshot bei der Bundesnetzagentur und löschen Sie sie dann.

Ein Paket hängt angeblich beim Zoll fest, die pushTAN läuft ab, eine neue Voicemail wartet: Gefälschte SMS wirken oft harmlos und alltäglich. Fachleute nennen das Smishing – eine Mischung aus SMS und Phishing. Die Täter wollen Passwörter und Kartendaten stehlen, Schad-Apps verbreiten oder Sie zu einer Überweisung bringen. Die gute Nachricht: Wer die typischen Muster kennt, erkennt die meisten Fake-SMS sofort.

Aktuelle Fake-SMS im Überblick

Masche Beispiel aus Warnungen Ziel der Täter
Paket und Zoll „Sie müssen eine Zollsteuer von 1,99 EURO zahlen.“ Kartendaten, Schad-App
Bank pushTAN-Registrierung laufe „in 12 Stunden“ ab Zugang zum Online-Banking
Finanzamt und Behörden Steuerrückzahlung gegen „Verifizierung“ des Kontos; Drohung mit Gerichtsvollzieher Kontodaten, Geld
Mobilfunk und Voicemail „Neue Voicemail:“ oder „Sie haben einen verpassten Anruf“ mit Link Schad-App, Zugang zum Kundenkonto
Maut Angeblich offene Maut von wenigen Euro Kartendaten

Paket- und Zoll-SMS

Laut Verbraucherzentrale geht es bei Paket-SMS immer um eine Zustellung. Die Absender geben sich als DHL, Deutsche Post, DPD, Hermes, UPS oder Amazon aus. Manche Nachrichten sprechen Sie mit Vornamen an – die Namen werden automatisch eingesetzt, oft aus gestohlenen Kontaktlisten. Ein Teil der Links verbreitet Schad-Apps für Android, etwa „FluBot“ oder „TeaBot“. Diese Apps lesen Daten aus und verschicken massenhaft SMS an Ihre Kontakte.

Zum Zoll: Zollgebühren kassiert normalerweise der Zusteller bei der Übergabe. Sie werden nicht vorab über einen SMS-Link bezahlt. Echte Hinweise zur Vorauszahlung enthalten eine Sendungsnummer und den Namen des Absenders.

Bank-SMS und pushTAN

Die Nachrichten behaupten, ein Verfahren laufe ab, die Karte sei gesperrt oder eine hohe Zahlung stehe an. Als Absender erscheint manchmal sogar der Name der Bank statt einer Nummer. Die Links enthalten Banknamen, führen aber nicht zu echten Bankseiten. Auch Telefonnummern in solchen SMS gehören nicht zur Bank. Prüfen Sie im Zweifel in Ihrer Banking-App oder rufen Sie die Bank über die dort angezeigten Kontaktdaten an.

Finanzamt, Gericht und Behörden

Die Verbraucherzentrale stellt klar: „Das Finanzamt verschickt keine SMS zu Steuerbescheiden!“ Andere Fake-SMS drohen mit einem Gerichtsvollzieher, der meist zwei Tage nach Empfang pfänden werde, oder mit einem „Pfändungsbeschluss“, den ein angeblicher Sachbearbeiter aufheben könne. Druck und kurze Fristen sind hier das wichtigste Warnsignal.

Voicemail- und Mobilfunk-SMS

Nachrichten wie „Neue Voicemail:“ tragen oft einen bekannten Anbieternamen als Absender, etwa „Vodafone“. Der Link führt nicht zu einer Sprachnachricht, sondern zu einer Seite, die Sie zur Installation einer App drängt – angeblich, weil die Nachricht nur damit abspielbar sei. Andere SMS behaupten, ein Kauf im Google Play Store sei an Ihrer Drittanbietersperre gescheitert, oder Ihre Rufnummer werde deaktiviert. Echte Mailbox-Benachrichtigungen enthalten in der Regel keinen Link zu einer unbekannten Website – rufen Sie im Zweifel Ihre Mailbox direkt an.

Maut-SMS

Der ADAC berichtete im Juli 2026 von gefälschten SMS und E-Mails zu angeblich offenen Mautgebühren auf französischen Autobahnen, etwa über 6,80 Euro. Der Link führt zu einer nachgebauten Betreiberseite. Seriöse Zahlungsaufforderungen enthalten laut ADAC keine direkten Zahlungslinks. Die Masche richtet sich nach Einschätzung des ADAC vor allem an Empfänger in Frankreich.

Auch der Enkeltrick kommt per SMS: „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“. Mehr dazu im Ratgeber WhatsApp-Betrug.

So erkennen Sie eine Fake-SMS

  • Ein Link soll angetippt werden – oft mit kurzer Frist oder Drohung (Sperrung, Pfändung, Rücksendung).
  • Eine kleine Gebühr soll per Karte bezahlt werden.
  • Eine App soll außerhalb des App Stores oder von Google Play installiert werden, oder Sie sollen die Installation aus „unbekannten Quellen“ erlauben.
  • Der Absendername stimmt, die Nachricht ist trotzdem falsch: Namen wie „Vodafone“ oder der Name Ihrer Bank lassen sich fälschen.
  • Tippfehler, seltsame Zeichen, unpersönliche oder automatisch eingesetzte Anrede.
  • Sie erwarten gar nichts: kein Paket, keine Steuererstattung, keine Nachricht vom Gericht.

Fake-SMS bekommen: So reagieren Sie richtig

Tippen Sie den Link nicht an und rufen Sie keine Nummer aus der Nachricht an. Antworten Sie nicht – jede Antwort zeigt den Tätern, dass Ihre Nummer aktiv ist. Erwarten Sie wirklich ein Paket, geben Sie die Sendungsnummer selbst auf der Website des Paketdienstes ein oder fragen Sie beim Absender nach. Machen Sie einen Screenshot, melden Sie die SMS und löschen Sie sie dann. Den Absender zu blockieren ist möglich, hilft aber wenig, weil die Nummern ständig wechseln.

Das bloße Öffnen einer SMS nennen die Warnungen von Verbraucherzentrale und Behörden nicht als Gefahr. Kritisch wird es, wenn Sie den Link antippen und dort Daten eingeben oder eine App installieren. Was dann zu tun ist, steht unten unter „Wenn es schon passiert ist“.

Betrügerische SMS melden

  • Bundesnetzagentur: Über das Online-Beschwerdeformular „SMS oder Messenger“ können Sie Spam- und Betrugs-SMS melden, auch solche mit Bank- oder Paketdienst-Logos. Telefonisch erreichen Sie die Behörde unter 0228 14 15 16. Die Bundesnetzagentur kann unter anderem die Abschaltung missbrauchter Rufnummern anordnen. Wie eine Beschwerde abläuft, erklärt der Ratgeber Beschwerde bei der Bundesnetzagentur.
  • Polizei: Haben Sie Daten eingegeben, Geld verloren oder eine App installiert, erstatten Sie Anzeige – über die Onlinewache Ihres Bundeslandes oder auf einer Dienststelle. Nehmen Sie das Handy mit.
  • Verbraucherzentrale: Im Phishing-Radar der Verbraucherzentrale sehen Sie, welche Maschen gerade kursieren.

Sie können auch prüfen, ob eine Absendernummer bereits gemeldet wurde: Geben Sie sie in unsere Rückwärtssuche ein oder schauen Sie in die neuen Meldungen.

Vorbeugen: So bekommen Sie weniger Fake-SMS

  • Erlauben Sie auf Android keine Installation von Apps aus unbekannten Quellen. Auf dem iPhone lassen sich normalerweise nur Apps aus dem App Store installieren.
  • Halten Sie Betriebssystem und Apps aktuell.
  • Lassen Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten. Sie verhindert Abbuchungen fremder Anbieter über Ihre Handyrechnung.
  • Geben Sie Ihre Handynummer nur weiter, wenn es wirklich nötig ist.

Aktuell als Betrug gemeldete Nummern

Aus den Meldungen unserer Nutzer, automatisch aktualisiert.

  • 0176 61405136Nicht zurückrufen
    Unbekannter Anrufer · zuletzt gemeldet 08.03.2024

    „Ich habe diese SMS abgelehnt“

  • 069 92014152Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 06.07.2026
  • 0361 6690251Nicht zurückrufen
    Anrufe ohne Ansage, ein Nutzer meldet Betrug · zuletzt gemeldet 10.06.2026
  • 089 558774545Nicht zurückrufen
    Ping-Anruf ohne Meldung, sonst kaum Angaben · zuletzt gemeldet 02.06.2026
  • 0171 5529180Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 15.05.2026
  • 0721 9600Nicht zurückrufen
    Wiederholte Anrufe mit sofortigem Auflegen · zuletzt gemeldet 08.05.2026
  • 0172 5360416Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 07.05.2026
  • 0173 3133279Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 06.05.2026

Alle aktuellen Spam-Nummern

Wenn es schon passiert ist

Sie haben Bank- oder Kartendaten eingegeben:

  1. Rufen Sie sofort Ihre Bank an oder den zentralen Sperr-Notruf 116 116 (aus dem Ausland +49 116 116) und lassen Sie Online-Banking-Zugang und Karte sperren.
  2. Prüfen Sie Ihre Umsätze. Fragen Sie Ihre Bank, ob sich Abbuchungen zurückholen lassen, bei Kartenzahlungen etwa über ein Rückbuchungsverfahren.
  3. Ändern Sie Passwörter, die Sie auf der gefälschten Seite eingegeben haben – auch überall dort, wo Sie dasselbe Passwort nutzen.

Sie haben eine App installiert:

  1. Schalten Sie den Flugmodus ein, damit die App keine Daten mehr senden kann.
  2. Sichern Sie Beweise, zum Beispiel Screenshots der SMS und der Seite.
  3. Entfernen Sie die App: Starten Sie das Handy im abgesicherten Modus und löschen Sie kürzlich installierte, unbekannte Apps. Im schlimmsten Fall hilft nur das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen.
  4. Informieren Sie Ihren Mobilfunkanbieter und verlangen Sie einen Nachweis über verschickte SMS. Fordert er Geld für massenhaft versendete SMS, schicken Sie ihm eine Kopie Ihrer Strafanzeige.
  5. Prüfen Sie Ihre Versicherung: Manche Hausrat- oder Cyberversicherungen decken solche Schäden ab.

In beiden Fällen: Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, online über die Onlinewache oder auf einer Dienststelle, und melden Sie die SMS der Bundesnetzagentur.

110Polizei, bei akuter Gefahr oder laufendem Betrug
116 116Sperr-Notruf für Bankkarten und Online-Banking

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich eine Fake-SMS nur geöffnet habe?

Das bloße Öffnen nennen die Warnungen von Verbraucherzentrale und Behörden nicht als Gefahr. Entscheidend ist, dass Sie den Link nicht antippen, keine Daten eingeben und keine App installieren. Löschen Sie die SMS nach einem Screenshot.

Ich habe auf den Link in einer Fake-SMS geklickt – was jetzt?

Haben Sie nichts eingegeben und nichts installiert, schließen Sie die Seite und erlauben Sie keine App-Installation. Haben Sie Daten eingegeben, rufen Sie sofort Ihre Bank an; haben Sie eine App installiert, schalten Sie den Flugmodus ein und erstatten Sie Anzeige.

Wo kann ich betrügerische SMS melden?

Bei der Bundesnetzagentur über das Online-Formular „SMS oder Messenger“ oder telefonisch unter 0228 14 15 16. Ist ein Schaden entstanden oder haben Sie Daten preisgegeben, erstatten Sie zusätzlich Anzeige bei der Polizei.

Muss ich eine Fake-SMS bei der Polizei anzeigen?

Eine Pflicht dazu gibt es nicht; melden Sie die SMS in jedem Fall der Bundesnetzagentur. Haben Sie Daten eingegeben, Geld verloren oder eine App installiert, sollten Sie Anzeige erstatten, etwa über die Onlinewache Ihres Bundeslandes.

Woran erkenne ich eine echte Paket-SMS?

Echte Hinweise zur Zollvorauszahlung enthalten laut Verbraucherzentrale eine Sendungsnummer und den Namen des Absenders. Prüfen Sie den Status am besten selbst auf der Website des Paketdienstes, statt einen Link aus der SMS zu öffnen.

Verschickt das Finanzamt SMS?

Nein, nicht zu Steuerbescheiden. Die Verbraucherzentrale stellt klar, dass das Finanzamt keine SMS zu Steuerbescheiden verschickt – solche Nachrichten sind Betrug.

Quellen

  1. SMS Spam – Bundesnetzagentur
  2. Paketdienst-SMS: Vorsicht, Abzocke! – Verbraucherzentrale
  3. Fake-SMS zu Online-Banking, Steuerbescheiden und Gerichtsverfahren – Verbraucherzentrale
  4. „Neue Voicemail“/„Drittanbietersperre“: Betrugsversuche per SMS und Mail – Verbraucherzentrale
  5. Onlinebanking – was tun im Ernstfall? – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
  6. Maut auf Autobahnen in Frankreich: Free-Flow mit Tücken – ADAC

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