WhatsApp-Betrug: Aktuelle Betrugsmaschen erkennen und richtig reagieren
Die häufigsten Maschen auf WhatsApp sind angebliche Kinder mit „neuer Nummer“, gekaperte Konten über Abstimmungslinks, Fake-Nebenjobs und Anlagebetrug in Gruppen. Überweisen Sie nie Geld auf eine Chat-Bitte hin, rufen Sie die Person unter der alten Nummer an und geben Sie niemals einen WhatsApp-Code weiter.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Rufen Sie bei Geldbitten von einer „neuen Nummer“ die Person unter der alten, bekannten Nummer an.
- Geben Sie niemals einen Bestätigungscode weiter und scannen Sie keinen QR-Code für angebliche Abstimmungen.
- Aktivieren Sie die Verifizierung in zwei Schritten unter Einstellungen › Konto.
- Erlauben Sie Gruppeneinladungen nur noch von Ihren Kontakten.
- Treten Sie aus Job- oder Anlagegruppen sofort aus, blockieren und melden Sie den Absender.
- Haben Sie gezahlt: Bank sofort anrufen, Chat sichern, Anzeige erstatten.
Auf WhatsApp kommt Betrug selten mit Ankündigung. Mal schreibt angeblich Ihr Kind von einer neuen Nummer, mal bittet ein guter Bekannter um eine Stimme für ein Gewinnspiel, mal winkt ein Nebenjob mit leicht verdientem Geld. Hinter allen Varianten steckt dasselbe Ziel: Ihr Geld, Ihre Daten oder Ihr WhatsApp-Konto. Hier lesen Sie, welche Maschen derzeit verbreitet sind, wie Sie eine unbekannte Nummer prüfen und welche Einstellungen Sie schützen.
Die aktuellen Betrugsmaschen auf WhatsApp im Überblick
| Masche | Typischer Einstieg | Ziel der Täter |
|---|---|---|
| „Hallo Mama, hallo Papa“ | Angeblich neue Nummer eines Kindes oder Freundes | Schnelle Überweisung |
| Kontoübernahme | Link zu einer Online-Abstimmung, Bitte um Code | Ihr WhatsApp-Konto |
| Fake-Nebenjob (Task-Scam) | Fremde Gruppe oder Nachricht mit Jobangebot | Einzahlungen, Ausweis- und Kontodaten |
| Anlagebetrug | Einladung in eine „exklusive“ Anlagegruppe | Hohe Einzahlungen auf Fake-Plattformen |
| Anrufe ausländischer Nummern | Anruf über WhatsApp, z. B. mit +91 | Persönliche Daten |
„Hallo Mama, hallo Papa“: der Enkeltrick per Messenger
Die Masche beginnt oft per SMS oder WhatsApp von einer unbekannten Nummer. Die Polizei nennt den typischen Einstieg: „Hallo Mama, hallo Papa, das ist meine neue Handynummer…“ Das Handy sei verloren oder kaputt. Nach ein paar harmlosen Nachrichten kommt die Bitte um Geld. Laut Polizei geht es meist um 1.000 bis 3.000 Euro.
Beispiel-Ablauf (nachgestellt):
- „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt. Das ist meine neue Nummer, speicher sie bitte ein.“
- Am nächsten Tag: „Kannst du mir kurz helfen? Mein Online-Banking geht mit dem neuen Handy noch nicht. Ich muss heute eine Rechnung zahlen, sonst kommt Inkasso.“
- Es folgt eine IBAN, oft mit fremdem Empfängernamen, und Zeitdruck.
Verwandte Varianten am Telefon beschreibt unser Ratgeber zum Enkeltrick.
Kontoübernahme: Abstimmungslink und Bestätigungscode
Seit August 2026 kursieren laut Verbraucherzentrale Nachrichten wie „… könntest du für Franziska stimmen?“ – auch mit anderen Namen. Sie kommen oft von echten Kontakten, deren Konto bereits gekapert wurde. Der Link führt zu einer Seite, auf der Sie Ihre Handynummer eingeben und dann einen Code eintippen oder einen QR-Code scannen sollen. Damit verknüpfen Sie ein Gerät der Täter mit Ihrem Konto. Die Täter lesen dann Chats mit und schreiben in Ihrem Namen Ihre Kontakte an – meist mit einer erfundenen Notlage und der Bitte um Geld.
Merksatz: Für eine Abstimmung braucht niemand Ihren WhatsApp-Code. Geben Sie den Bestätigungscode, den WhatsApp Ihnen per SMS schickt, niemals weiter.
Fake-Nebenjobs: Geld für Likes und Bewertungen
Beim sogenannten Task-Scam werden Handynummern plötzlich zu unbekannten Gruppen-Chats hinzugefügt. Angebliche Mitglieder schwärmen von Nebenjobs: Hotels bewerten, Produkte testen, Videos liken. Anfangs fließen kleine Beträge, um Vertrauen aufzubauen. Dann sollen Sie selbst einzahlen, oft über Krypto-Apps, um an weitere Aufgaben zu kommen. Laut Polizei bleiben die Aufträge dann aus und das Geld ist verloren. Manche Täter wollen auch Ausweisdaten oder eine Video-Identifizierung, um Konten oder Kredite auf Ihren Namen zu eröffnen.
Anlagebetrug in WhatsApp-Gruppen
Die Verbraucherzentrale NRW beschreibt Gruppen, die sich als „exklusiv“ ausgeben und angeblich mit bekannten Börsenexperten oder Prominenten zu tun haben. Eine „Assistenz“ betreut die Mitglieder über Tage oder Wochen. Über Trading-Apps oder Plattformen werden zuerst kleine Gewinne angezeigt. Wer auszahlen will, soll plötzlich Steuern oder Gebühren vorab zahlen. Warnsignale sind hohe Renditeversprechen ohne Risikohinweis, Zeitdruck und Zahlungen an unbekannte IBANs oder Krypto-Adressen.
Anrufe von ausländischen Nummern
Die Bundesnetzagentur warnt vor Anrufen mit unbekannten ausländischen Rufnummern, etwa mit den Vorwahlen +91 (Indien), +98 (Iran) und +52 (Mexiko). Sie kommen überwiegend über WhatsApp. Die Behörde geht von einem missbräuchlichen Hintergrund aus. Rufen Sie nicht zurück und geben Sie keine persönlichen Daten preis, falls Sie doch abgehoben haben.
Links und QR-Codes beim Online-Verkauf
Wer privat Dinge verkauft, bekommt teils Links oder QR-Codes, über die angeblich eine Zahlung eingeht. Die Verbraucherzentrale warnt: Diese führen zu gefälschten Seiten, die Karten- oder Kontodaten abgreifen. Nutzen Sie nur die Zahlungs- und Nachrichtenfunktionen des Verkaufsportals – auch wenn der Kontakt später auf WhatsApp weitergeht.
So prüfen Sie eine unbekannte WhatsApp-Nummer
- Vorwahl ansehen. +49 steht für Deutschland. Bei anderen Vorwahlen zeigt Ihnen unsere Übersicht der Ländervorwahlen, woher die Nummer stammt.
- Nummer nachschlagen. Geben Sie die Nummer in unsere Rückwärtssuche ein. Dort sehen Sie, ob andere Nutzer sie bereits gemeldet haben.
- Auf altem Weg nachfragen. Rufen Sie die Person unter der Nummer an, die Sie schon lange kennen. Das ist laut Polizei der sicherste Weg, Betrug auszuschließen.
- Profilbild und Name ignorieren. Ein vertrautes Bild beweist nichts, denn Fotos lassen sich kopieren. Und auch eine Nachricht von einem gespeicherten Kontakt kann von Betrügern stammen, wenn dessen Konto übernommen wurde.
Weitere Tipps finden Sie im Ratgeber Unbekannte Nummer identifizieren.
Diese WhatsApp-Einstellungen schützen Sie
Die Bezeichnungen können je nach WhatsApp-Version, iPhone oder Android leicht abweichen. Auf Android erreichen Sie die Einstellungen über die drei Punkte oben rechts, auf dem iPhone über den Reiter „Einstellungen“ bzw. Ihr Profilbild.
- Verifizierung in zwei Schritten: Einstellungen › Konto › Verifizierung in zwei Schritten. Sie legen eine persönliche PIN fest. Wer nur Ihren SMS-Code ergaunert, kommt dann nicht ohne Weiteres in Ihr Konto.
- Verknüpfte Geräte prüfen: Auf Android über die drei Punkte › Verknüpfte Geräte, auf dem iPhone unter Einstellungen › Verknüpfte Geräte. Steht dort ein Gerät, das Sie nicht kennen, tippen Sie es an und wählen „Abmelden“.
- Gruppeneinladungen begrenzen: Einstellungen › Datenschutz › Gruppen und „Meine Kontakte“ oder „Meine Kontakte außer …“ wählen. Fremde können Sie dann nicht mehr einfach in Job- oder Anlagegruppen holen.
- Anrufe von Unbekannt stummschalten: Einstellungen › Datenschutz › Anrufe. Anrufe unbekannter Nummern erscheinen weiter in der Anrufliste, Ihr Handy klingelt aber nicht.
- Profilbild nur für Kontakte: Einstellungen › Datenschutz › Profilbild auf „Meine Kontakte“ stellen. So sehen Fremde mit Ihrer Nummer Ihr Foto nicht.
- Sicherheitsbenachrichtigungen: Einstellungen › Konto › Sicherheitsbenachrichtigungen. Sie werden gewarnt, wenn sich der Sicherheitsschlüssel eines Kontakts ändert.
Verdächtige Nachricht bekommen: So reagieren Sie
Antworten Sie nicht, auch nicht zum Spaß. Die Polizei warnt, dass Täter jede Information nutzen und Ihre Stimme aufzeichnen könnten. Blockieren Sie den Absender und melden Sie ihn direkt im Chat an WhatsApp. Aus einer unbekannten Gruppe treten Sie aus und melden den Administrator. Betrugsversuche können Sie zusätzlich der Polizei und der Bundesnetzagentur melden – wie, steht im Ratgeber Beschwerde bei der Bundesnetzagentur. Die gleichen Maschen kommen auch per SMS: siehe SMS-Betrug.
Aktuell als Betrug gemeldete Nummern
Aus den Meldungen unserer Nutzer, automatisch aktualisiert.
- 0179 3000333Nicht zurückrufenLaut Nutzern O2-Mailbox, vereinzelt Kritik · zuletzt gemeldet 01.12.2025
„…werden 10 EUR angeboten, wenn ich die Nummer zu Whatsapp hinzufüge? Ein unseriöses Geschäftsmodell.“
- 04367 3760843Nicht zurückrufenGemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 02.07.2024
„…Zuvor wurde ich unbekannterweise in eine Whatsapp Gruppe eingeladen, bitte drauf achten, dass Sie Ihre Datenschutzbedingungen in Whatsapp …“
- 069 92014152Nicht zurückrufenGemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 06.07.2026
- 0361 6690251Nicht zurückrufenAnrufe ohne Ansage, ein Nutzer meldet Betrug · zuletzt gemeldet 10.06.2026
- 089 558774545Nicht zurückrufenPing-Anruf ohne Meldung, sonst kaum Angaben · zuletzt gemeldet 02.06.2026
- 0171 5529180Nicht zurückrufenGemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 15.05.2026
- 0721 9600Nicht zurückrufenWiederholte Anrufe mit sofortigem Auflegen · zuletzt gemeldet 08.05.2026
- 0172 5360416Nicht zurückrufenGemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 07.05.2026
Wenn es schon passiert ist
Sie haben Geld überwiesen:
- Rufen Sie sofort Ihre Bank an. Laut Polizei lässt sich das Geld in manchen Fällen noch zurückholen. Haben Sie Zugangsdaten zum Online-Banking oder Kartendaten preisgegeben, lassen Sie Zugang und Karte sperren – auch über den Sperr-Notruf 116 116.
- Sichern Sie Beweise. Löschen Sie den Chat nicht. Machen Sie Screenshots vom gesamten Verlauf, von der Nummer und von den Zahlungsdaten.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei – vor Ort oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes.
- Bei Anlagebetrug informieren Sie zusätzlich die BaFin. Vorsicht vor angeblichen Kanzleien, die sich danach melden und gegen Vorschuss Ihr Geld zurückholen wollen.
Ihr WhatsApp-Konto wurde übernommen:
- Warnen Sie Ihre Kontakte per SMS, Anruf oder über einen anderen Messenger, zum Beispiel: „Mein WhatsApp-Konto wurde übernommen. Bitte ignoriert Nachrichten von mir.“
- Holen Sie Ihr Konto zurück über die offiziellen Wiederherstellungsschritte von WhatsApp und melden Sie unter Verknüpfte Geräte fremde Geräte ab.
- Aktivieren Sie danach die Verifizierung in zwei Schritten und prüfen Sie Ihre Chats auf Nachrichten, die Sie nicht geschrieben haben.
- Erstatten Sie Anzeige, besonders wenn Kontakte bereits Geld überwiesen haben.
Wichtig: Lassen Sie niemals Fremde Geld über Ihr Konto weiterleiten. Das kann Sie selbst in ein Geldwäsche-Verfahren bringen. Und: Die Schuld tragen allein die Täter.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich Betrug auf WhatsApp?
Typisch sind eine unbekannte oder angeblich neue Nummer, eine Bitte um Geld oder einen Code und Zeitdruck. Auch Links zu Abstimmungen, ungefragte Jobangebote und Einladungen in Anlagegruppen sind Warnsignale.
Was tun, wenn ich über WhatsApp Geld an Betrüger überwiesen habe?
Rufen Sie sofort Ihre Bank an, denn manchmal lässt sich die Zahlung noch stoppen. Sichern Sie den Chat mit Screenshots und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Was passiert, wenn ich meinen WhatsApp-Code weitergegeben habe?
Dann können Täter Ihr Konto auf ihrem Gerät nutzen und in Ihrem Namen schreiben. Warnen Sie sofort Ihre Kontakte über einen anderen Weg, holen Sie Ihr Konto über die offiziellen WhatsApp-Schritte zurück und aktivieren Sie die Verifizierung in zwei Schritten.
Warum rufen mich ausländische Nummern über WhatsApp an?
Die Bundesnetzagentur warnt vor solchen Anrufen, etwa mit +91, +98 oder +52, und geht von einem missbräuchlichen Hintergrund aus. Nicht zurückrufen, keine Daten nennen und die Nummer blockieren.
Ist es gefährlich, auf eine Betrugsnachricht zu antworten?
Ja. Jede Antwort zeigt, dass Ihre Nummer aktiv ist, und Täter können Informationen oder sogar Ihre Stimme missbrauchen. Blockieren und melden Sie den Absender stattdessen.
Wo kann ich WhatsApp-Betrug melden?
Melden Sie den Absender direkt im Chat an WhatsApp und erstatten Sie bei einem Betrugsversuch Anzeige bei der Polizei. Enkeltrick-Nachrichten per Messenger nimmt auch die Bundesnetzagentur entgegen.
Quellen
- Messenger-Betrug – Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
- „Bitte stimme für die Tochter meiner Freundin ab“: So kapern Kriminelle Ihr WhatsApp-Konto – Verbraucherzentrale
- Neue Job Scamming Masche: Betrüger locken über Messenger mit gefälschten Jobangeboten – Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
- Anlagebetrug über WhatsApp-Gruppen: Vorsicht vor diesen Maschen – Verbraucherzentrale NRW
- Warnung: Anrufe mit unbekannten ausländischen Rufnummern – Bundesnetzagentur
- Sicherheitseinstellungen bei Facebook, X, LinkedIn, Instagram, WhatsApp & TikTok – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
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Sehen Sie, was andere über eine Nummer berichten, und warnen Sie andere mit Ihrer Erfahrung.
Passende Ratgeber
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