Anruf von Microsoft: So erkennen Sie den Microsoft-Betrug und handeln richtig

Kurz gesagt

Ein Anruf von Microsoft, der Ihnen einen gehackten oder infizierten Computer meldet, ist Betrug. Microsoft ruft nach eigenen Angaben nicht an, um Support anzubieten, wenn Sie nicht darum gebeten haben. Legen Sie auf, installieren Sie kein Fernwartungsprogramm, nennen Sie keine Daten und melden Sie den Anruf der Polizei.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Legen Sie auf – Microsoft ruft nicht unaufgefordert an, um Support anzubieten.
  • Installieren Sie auf Zuruf kein Programm wie AnyDesk oder TeamViewer und erlauben Sie keinen Fernzugriff.
  • Öffnen Sie während des Anrufs nicht Ihr Online-Banking und kaufen Sie keine Guthabenkarten.
  • Rufen Sie keine Nummer aus einem Warnfenster an – echte Microsoft-Meldungen enthalten keine Telefonnummer.
  • Hatten die Täter Zugriff: Internet trennen, Bank anrufen, Passwörter von einem anderen Gerät ändern, Anzeige erstatten.

Das Telefon klingelt, am anderen Ende spricht jemand Englisch oder gebrochenes Deutsch: Er sei von Microsoft, Ihr Computer sei mit Viren infiziert oder gehackt. Die Masche ist laut Verbraucherzentrale seit 2014 bekannt – und sie läuft bis heute, inzwischen auch auf Deutsch und über gefälschte Warnfenster im Browser. Microsoft selbst stellt klar: Wer nicht um Hilfe gebeten hat, bekommt keinen Support-Anruf. Hier lesen Sie, wie die Masche abläuft, woran Sie sie erkennen und wie Sie den Anruf melden.

Microsoft ruft nicht an – das sagt Microsoft selbst

Auf seiner deutschen Support-Seite zum Thema Betrug schreibt Microsoft: „Wenn Sie uns nicht darum gebeten haben, werden wir Sie nicht anrufen, um Support anzubieten.“ Dort steht außerdem:

  • Fehler- und Warnmeldungen von Microsoft enthalten keine Telefonnummern.
  • Microsoft verlangt für Support keine Zahlung per Geschenkkarte oder Kryptowährung wie Bitcoin.
  • Unbekannten Personen sollten Sie nie Fernzugriff auf Ihr Gerät geben.

Sie können das selbst nachprüfen: Suchen Sie auf support.microsoft.com nach „Betrug durch technischen Support“. Öffnen Sie die Seite selbst – nie über einen Link, den Ihnen ein Anrufer nennt.

So läuft ein Anruf von „Microsoft“ ab

  1. Der Alarm: Der Anrufer behauptet, Ihr Computer sei mit Viren infiziert, gehackt oder brauche ein neues Sicherheitszertifikat. Manchmal heißt es, Ihre Lizenz sei abgelaufen.
  2. Der „Beweis“: Sie sollen am Rechner Befehle eingeben, etwa „assoc“. Dann erscheint eine lange Zeichenfolge in geschweiften Klammern, die der Anrufer als Kennung Ihres Computers ausgibt. Laut Verbraucherzentrale ist diese Zeichenfolge auf allen Windows-Rechnern gleich – sie beweist nichts.
  3. Der Fernzugriff: Sie sollen ein Fernwartungsprogramm installieren. Die Polizei Niedersachsen nennt TeamViewer, AnyDesk und die Windows-Remotehilfe. Das sind seriöse Programme, deshalb schlägt kein Virenscanner an. Ab jetzt sieht und steuert der Täter Ihren Bildschirm.
  4. Die Forderung: Er verlangt Geld für die „Reparatur“, eine angeblich abgelaufene Lizenz oder einen Wartungsvertrag. Die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet von 250 Euro, eine gemeinsame Warnung mehrerer Verbraucherzentralen von bis zu 400 Euro für ein Wartungspaket. Wer nicht zahlt, dem drohen die Täter mit einer Sperre des Rechners oder dem Verlust seiner Daten.
  5. Der eigentliche Schaden: Oft geht es um viel mehr als die „Gebühr“. Die Täter lassen Sie Ihr Online-Banking öffnen, verändern Beträge oder lösen Überweisungen aus. Oder Sie sollen im Supermarkt oder an der Tankstelle Guthabenkarten kaufen, etwa für iTunes oder Xbox, und die Codes durchgeben. Heißt es danach, die Codes seien ungültig, sollen Sie neue kaufen. Auch angeblich fehlgeschlagene Zahlungen und „Testüberweisungen“, mit denen man Hacker fangen wolle, dienen als Vorwand für weiteres Geld.

Beispiel: So klingt ein solcher Anruf

Nachgestelltes Beispiel, kein Mitschnitt eines echten Anrufs:

Anrufer: „Hello, here is Microsoft Technical Support. Ihr Computer schickt uns Fehlermeldungen. Er ist infiziert mit Virus.“

Angerufene: „Woher wissen Sie das?“

Anrufer: „Bitte gehen Sie an Ihren Computer. Tippen Sie assoc. Sehen Sie die lange Nummer? Das ist Ihre Computer-ID. Sie steht auf unserer Liste für gehackte Computer.“

Angerufene: „Und was soll ich jetzt machen?“

Anrufer: „Kein Problem, ich repariere für Sie. Gehen Sie auf diese Webseite und laden Sie das Programm. Dann sagen Sie mir die Nummer, die erscheint.“

Spätestens bei der Bitte, ein Programm zu installieren, legen Sie auf.

Die Pop-up-Variante: Warnfenster mit falscher Hotline

Immer öfter beginnt die Masche nicht mit einem Anruf, sondern auf dem Bildschirm. Beim Surfen erscheint ein Fenster, das wie eine Windows-Sicherheitswarnung aussieht, oft bildschirmfüllend, manchmal mit Alarmton oder Sprachansage: ein angeblicher „Windows Firewall Alert“ oder „Trojanische Spyware“ mit Fehlercode. Dazu eine Telefonnummer, unter der angeblich der Windows- oder Microsoft-Support hilft. Wer anruft, landet im Callcenter der Betrüger – und alles läuft weiter wie oben beschrieben.

So reagieren Sie:

  • Rufen Sie die Nummer nicht an. Echte Warnmeldungen von Microsoft enthalten keine Telefonnummer.
  • Schließen Sie den Browser wie gewohnt. Klappt das nicht, beenden Sie ihn über den Task-Manager, den Sie mit Strg + Alt + Entf erreichen.
  • Dokumentieren Sie die Meldung mit einem Foto oder Screenshot und notieren Sie, welche Seiten Sie vorher besucht haben.
  • Erscheint die Warnung schon beim Start des Computers, lassen Sie sich von einer Fachkraft helfen.

Die Polizei Niedersachsen beobachtet auch vorgeschaltete Anrufe, etwa im Namen von Amazon oder angeblicher Polizeibeamter, die schließlich beim „Microsoft-Support“ enden. Wie solche Anrufe mit Computerstimme funktionieren, lesen Sie im Ratgeber Anrufe mit Bandansage.

Woran Sie falsche Microsoft-Anrufer erkennen

Das sagen die Anrufer Die Wahrheit
„Ich bin von Microsoft, Ihr Computer ist infiziert.“ Microsoft ruft nicht an, um Support anzubieten, wenn Sie nicht darum gebeten haben.
„Das hier ist Ihre Computer-ID.“ Die Zeichenfolge nach „assoc“ ist auf allen Windows-Rechnern gleich.
„Installieren Sie dieses Programm, dann helfe ich Ihnen.“ Geben Sie Unbekannten nie Fernzugriff auf Ihren Rechner.
„Bezahlen Sie mit Gutscheinkarten oder Bitcoin.“ Microsoft verlangt für Support keine Zahlung per Geschenkkarte oder Kryptowährung.
„Rufen Sie diese Nummer an.“ (im Warnfenster) Fehler- und Warnmeldungen von Microsoft enthalten keine Telefonnummern.
„Ohne Zahlung wird Ihr Windows gelöscht.“ Eine Drohung, die Druck machen soll. Die Verbraucherzentrale rät, sie zu ignorieren.

Die Nummer im Display hilft kaum weiter. Laut Verbraucherzentrale wechseln die Nummern ständig und sind nicht echt. Seit Dezember 2022 dürfen Anrufe aus dem Ausland zwar keine deutsche Rufnummer mehr anzeigen, Handys im Roaming sind aber ausgenommen. Die angezeigte Nummer ist deshalb kein verlässlicher Hinweis darauf, wer wirklich anruft. Mehr dazu im Ratgeber Anruf-Spoofing.

Anruf von Microsoft: Was tun?

  1. Auflegen. Sie müssen nichts erklären und keine Frage beantworten.
  2. Nichts installieren, nichts eintippen, keine Webseite aufrufen, die der Anrufer nennt.
  3. Keine Daten nennen: keine Kontodaten, keine Kreditkartennummer, keine Passwörter oder Zugangsdaten zu Kundenkonten wie PayPal.
  4. Online-Banking nicht öffnen und keine Guthabenkarten kaufen, egal was der Anrufer sagt.
  5. Uhrzeit und angezeigte Nummer notieren und die Nummer sperren, etwa wie im Ratgeber Rufnummer sperren beschrieben.

Brauchen Sie wirklich Hilfe von Microsoft, nehmen Sie selbst Kontakt auf – über die offizielle Microsoft-Website. Software laden Sie laut Microsoft nur von offiziellen Partnern oder aus dem Microsoft Store.

Anruf von Microsoft bei der Polizei melden

Die Verbraucherzentrale rät, verdächtige Nummern der Polizei zu melden – auch wenn Sie nicht auf den Anruf hereingefallen sind.

  • Polizei: Anzeige auf jeder Dienststelle oder online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Notieren Sie vorher Uhrzeit, angezeigte Nummer, den Namen, den der Anrufer genannt hat, und was er verlangt hat.
  • Microsoft: Betrugsversuche melden Sie über das Formular unter microsoft.com/reportascam.
  • Bundesnetzagentur: Sie ist für Rufnummernmanipulation zuständig, nicht für die Verfolgung von Straftaten. War die angezeigte Nummer gefälscht, können Sie zusätzlich dort Beschwerde einlegen – möglichst schnell, weil Verkehrsdaten meist nach sieben Tagen gelöscht werden. So geht es: Beschwerde bei der Bundesnetzagentur.

Zusätzlich können Sie die Nummer in unserer Rückwärtssuche aufrufen und Ihre Erfahrung schildern, damit andere gewarnt sind.

Wer steckt hinter den Anrufen?

Die Anrufer sitzen nach Angaben der Polizei meist in Callcentern im Ausland, genannt wird etwa Indien. Im Mai 2016 durchsuchten deutsche Ermittler Callcenter in Indien und nahmen sieben Personen fest. Bis September 2016 waren den Behörden laut Verbraucherzentrale mehr als 7.500 Geschädigte in Deutschland bekannt. Wie diese und andere Maschen zusammenhängen, lesen Sie im Ratgeber Telefonbetrug.

Aktuell als Betrug gemeldete Nummern

Aus den Meldungen unserer Nutzer, automatisch aktualisiert.

  • 0157 78479926Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 22.10.2026
  • 0152 2163318Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 22.10.2026
  • 01234567890Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 19.10.2026
  • 069 92014152Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 06.07.2026
  • 0361 6690251Nicht zurückrufen
    Anrufe ohne Ansage, ein Nutzer meldet Betrug · zuletzt gemeldet 10.06.2026
  • 089 558774545Nicht zurückrufen
    Ping-Anruf ohne Meldung, sonst kaum Angaben · zuletzt gemeldet 02.06.2026
  • 0171 5529180Nicht zurückrufen
    Gemeldet als Betrugsversuch · zuletzt gemeldet 15.05.2026
  • 0721 9600Nicht zurückrufen
    Wiederholte Anrufe mit sofortigem Auflegen · zuletzt gemeldet 08.05.2026

Alle aktuellen Spam-Nummern

Wenn es schon passiert ist

Wenn die Täter auf Ihren Computer zugreifen konnten oder Sie bezahlt haben – handeln Sie in dieser Reihenfolge:

  1. Internet trennen: WLAN ausschalten oder Netzwerkkabel ziehen und den Rechner herunterfahren. So unterbrechen Sie den Fernzugriff.
  2. Bank anrufen, wenn Sie während des Anrufs Online-Banking geöffnet, Geld überwiesen oder Kartendaten genannt haben. Lassen Sie Karte und Online-Banking über den Sperr-Notruf 116 116 oder die Sperrnummer Ihrer Bank sperren und fragen Sie, ob sich Zahlungen zurückholen lassen. Bei Kreditkartenzahlungen rät Microsoft, den Kartenanbieter zu kontaktieren, die Zahlung anzufechten und die Karte ersetzen zu lassen.
  3. Passwörter von einem anderen, sauberen Gerät ändern – zuerst Microsoft-Konto und E-Mail, dann Online-Banking, Online-Shops und Zahlungsdienste wie PayPal. Informieren Sie alle Dienste, deren Zugangsdaten die Täter gesehen haben könnten.
  4. Fernwartungssoftware entfernen: Deinstallieren Sie das Programm und alles, was Sie auf Zuruf installiert haben. Führen Sie danach eine vollständige Überprüfung mit Windows-Sicherheit durch und installieren Sie die Sicherheitsupdates. Am sichersten lassen Sie den Rechner von einer Fachkraft prüfen. Blockieren gefälschte Meldungen weiter den Betrieb, kann es nötig sein, das Gerät zurückzusetzen.
  5. Beweise sichern: Anrufliste, Screenshots, Kaufbelege von Guthabenkarten und Kontoauszüge aufheben. Löschen Sie nichts.
  6. Anzeige erstatten auf der Polizeidienststelle oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Nennen Sie die Telefonnummer des Anrufers.
  7. Microsoft melden über microsoft.com/reportascam.

Wurden Sie unter Druck gesetzt oder erpresst, hilft auch die Verbraucherzentrale weiter. Und: Schämen Sie sich nicht. Die Täter arbeiten mit eingeübten Drehbüchern und täuschen auch technisch versierte Menschen.

110Polizei, bei akuter Gefahr oder laufendem Betrug
116 116Sperr-Notruf für Bankkarten und Online-Banking

Häufige Fragen

Ruft Microsoft wirklich bei Kunden an?

Nicht unaufgefordert. Microsoft ruft nach eigenen Angaben nicht an, um Support anzubieten, wenn Sie nicht darum gebeten haben. Ein überraschender Anruf wegen Viren, Hackern oder einer abgelaufenen Lizenz ist Betrug.

Anruf von Microsoft, mein Computer sei gehackt – stimmt das?

Nein. Die Behauptung soll Sie dazu bringen, ein Fernwartungsprogramm zu installieren und zu zahlen. Der angebliche Beweis, etwa eine Zeichenfolge nach dem Befehl „assoc“, ist auf allen Windows-Rechnern gleich.

Soll ich einen Anruf von Microsoft bei der Polizei melden?

Ja. Die Verbraucherzentrale rät, verdächtige Nummern der Polizei zu melden, auch wenn Sie nicht darauf hereingefallen sind. Das geht auf jeder Dienststelle oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes.

Was tun, wenn ich AnyDesk oder TeamViewer installiert habe?

Trennen Sie den Computer sofort vom Internet und deinstallieren Sie das Programm. Ändern Sie Ihre Passwörter von einem anderen Gerät aus und rufen Sie Ihre Bank an, wenn Sie während der Sitzung Online-Banking geöffnet oder Kartendaten eingegeben haben.

Ist eine Windows-Warnung mit Telefonnummer echt?

Nein. Fehler- und Warnmeldungen von Microsoft enthalten keine Telefonnummern. Rufen Sie die Nummer nicht an und schließen Sie den Browser, notfalls über den Task-Manager.

Wo kann ich Microsoft-Betrug melden?

Bei der Polizei per Anzeige und direkt bei Microsoft über das Formular unter microsoft.com/reportascam. War die angezeigte Nummer gefälscht, können Sie sich zusätzlich bei der Bundesnetzagentur beschweren.

Quellen

  1. Schützen Sie sich vor Betrugsversuchen im Zusammenhang mit dem technischen Support – Microsoft
  2. Falsche Microsoft-Mitarbeiter – Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
  3. Microsoft Support Betrugsmasche – Polizei Niedersachsen – Ratgeber Internetkriminalität
  4. Microsoft-Betrug am Telefon: Bei Anruf 250 Euro – Verbraucherzentrale Hamburg
  5. Warnung: Abzocke durch angebliche Microsoft-Mitarbeiter – Verbraucherzentrale
  6. Manipulation von Rufnummern – Bundesnetzagentur

Wie wir arbeiten: Redaktion und Prüfung.

Nummer prüfen

Sehen Sie, was andere über eine Nummer berichten, und warnen Sie andere mit Ihrer Erfahrung.

Passende Ratgeber